ANTJE PRUST

SZENE MUTTERTAG

A ist MUTTERTIER, B das WECHSELBALG.

A:
HIER, guck mal, ich hab dir was mitgebracht, obacht.

B:
Ach?!

A:
Ja.

B:
Ach ja? Warum?

A:
Darum. Na. Nana? Na, du weißt schon….ALSO. Ich weiß schon. Auch wenn du nicht weißt, vielleicht, dass ich weiß, was nicht mehr, also weißt du, das ich weiß, dass da ja nichts mehr weiß war, weißte?!

B:
Ich weiß nicht. Lieber nicht.

A:
ALSO. Gut. Das muss dir nicht unangenehm sein, auch wenn du an einem Punkt bist, der unangenehm ist, JA DAS IST ER, aber wir tun jetzt einfach mal so, als wäre das nicht unangenehm, dieses Massaker, dieser Eintritt ins Ölwechselsystem deiner Monsterkörpermaschine.

B:
Ich wollte da nie rein. Du stehst da in der Tür, die immer verstellt war und auch bleiben soll.

A:
ICH sage dir (und auch nur einmal) jetzt bist du eins wie ich, krampf- geschüttelt und immer auf der Hut. Verantwortung und immer schön die Hände waschen. Das ist nicht angenehm, aber ich also du und ich wir können ja jetzt Freunde sein, jetzt wo du groß bist, noch nicht ganz so groß wie ich, ich kann dir alles zeigen, wenn du mir alles sagst, größer solltest du aber wirklich nicht mehr werden.

B:
Ich habe schon Freunde. Die mit denen ich auch schweigen kann.

A:
Ja, sei still jetzt, wir reden doch grad so schön miteinander. Immer bist du so kaputt.

B:
Da ist nichts kaputt!

A:
ALSO, ja kaputt, das soll doch alles nur schöner werden, und solange du renovierst, hängen wir einfach ein Schild dran: geschlossen, nur die Ruhe.

B:
Du warst nicht immer glücklich

A:
Nein, aber jeder ist immer glücklich?

B:
Nein

A:
Jeder ist immer glücklich?

B:
Nein

A:
Auch wir sind nicht, wir sind immer glücklich?

B:
Nein

A:
Auch jetzt noch?

—-

B:
Ich bin glücklicher als je zuvor…
Warum hast du mir nicht alles gesagt?

A:
Uns wird nichts anderes übrig bleiben als auszuharren.

B:
Sagst du jetzt.

A:
Was bist du sonderbar.

MONSTER PUBERTÄT ist ein fragmentiertes, oszillierendes Wechselbalg. An ihm hängt das Fleisch der Teile nur lose: ein Windhauch und es wackelt, zerfällt zu einem Haufen. D Manchmal ist es aber auch ganz fest: dann wird es zu einem Stück Beton, das einem den Weg versperrt, das alles dicht macht und sich/sein Selbst unsichtbar.

MONSTERWELTCHAOSRAUM

Hintendadraußenundauchdrinnen. Ein blöder Allgemeinplatz, alles gemein und meins.

Das Bruchstück findet statt im/am/innen/außen und zwischen diesem Monster. Als wäre die ganze Welt im Körper des Monsters und als wäre nur dieses eine fragmentierte Monster in der Welt.

 

SZENE FIRST CUT IS THE DEEPEST.

Zusammenbruch auf dem Boden, Walzen und Trommeln in einer Umarmung. Sie verwandeln sich in das Gefühl des Gedanken an die berührten Körperauswüchse. Sie teilen ihre Körper miteinander, ziehen sich heraus und rein, nehmen das andere in sich auf. Lieben sich leer, bis sie außer Atem und bewegungsunfähig liegen.

D: Mein Zwischenraum, geehrter Somebody.

C: Hier hört und sieht uns ja niemand.

D: Ich will dich küssen, dass dir der Atem ausgeht.

C: Küsste dich leicht auf die Wange und flüsterte, egal was, ich werde dich immerimmer noch. Ein Zwinkern, so drück ich dich.

D: Du krümmst mich verrückt.

C: Ich reisse dich in meine Stücke.

D: Du streichelst mich ja. 

C:  Du streichelst mich.

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C: Es ist so schön.

D: Was?!

C: Es ist so schön.

D: Nein, Was?!

C: Wir haben uns ganz auseinandergeliebt.

 

SZENE AUTORITÄTERTIER

D gegen den Rest der Fragmente, die sich in ein zähnefletschendes Autoritätertier verwandelt haben.

A, B, C, E: WAS?! 

D: Ich habe...

A, B, C, E: Sie haben sich zu beruhigen.

D: Ich habe...

A, B, C, E: Sie haben sich zu beruhigen.

D: Ich habe...

A, B, C, E: Sie haben sich verhalten? Gaaaaannnz ruhig.

D: Ich muss...

A, B, C, E: Sie müssen lernen!

D: Ich will...

A, B, C, E: Sie wollen doch wohl nicht!

D: Aber was nützt...

A, B, C, E: NICHTSNUTZ NUTZT SICH AB!

(A, B, C, E (als Rhythmus unter D´s Worten): 

OB DU WILLST ODER NICHT DU MUSST) 

D: Ich muss lernen, dass ich schwierig bin, und schwierig ist schlecht, ich muss lernen, dass ich nicht ausfallen darf sondern Einstellung haben muss, ich muss im Chor der ewig gleichen Melodie singen, gleich und gleich schafft Gesellschaft, ich muss lernen, keine Chance zu haben, es nützt doch alles nichts, und was nichts nützt, kostet mich alles. Ich will lernen, ich will doch, ich will lernen dürfen, nicht müssen.

Ach. Ich passe nicht hinein, verstiegene Köpfe, verdrehte Hälse, Kopf hoch, auffallen.

Ich habe gerade beschlossen - auch - noch nicht entschieden - aber herausgefunden - ich bin....

ICH BIN NOCH GAR NICHT MÜDE!

(A, B, C, E (als Rhythmus unter D´s Worte): 

OB DU WILLST ODER NICHT DU MUSST)

D Die Worte der Stadt, das Lamento der Anstalten, die Formeln von und mit mehr als einem Unbekannten verschwimmen in meinem Ohr zu einem tosenden Wolfsgeheul. Buchstaben, die die Informationskanäle mir unterjubeln wollen, werden durch mein System zerschossen, bis sie als durchlöcherte Tierfelle vor mir liegen.

D gewinnt die Überhand über die Autoritätertiere, bis keins mehr übrig ist.

D Jedes Autoritätertier ist Terror, auch wenn es noch so süß knurrt!!!

 

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